Fiskalisierung – Was bedeutet das eigentlich?

Die Fiskalisierung dient dazu, alle Transaktionen einer Kasse lückenlos zu erfassen, die Daten vor Manipulation zu schützen und zu archivieren. Dies ist eine Reihe von Gesetzen und Verordnungen, deren Durchführung die Finanzämter überwachen, um eine vollständige Abrechnung der Umsatzsteuer zu erhalten. In manchen Ländern in Europa wird die Fiskalisierung von Kassen vorgeschrieben. Deutschland war einer der letzten Staaten, welches eine Fiskalisierung von Kassensystemen eingeführt hat. Seit dem 01. Januar 2020 schreibt die Kassensicherheitsverordnung neue Standards vor. Darunter fällt auch eine TSE für Neugeräte.

Wie wird die Fiskalisierung umgesetzt?

Zentraler Aspekt der Fiskalisierung ist der Schutz der Transaktionsprotokolle der Kasse vor Manipulation. Dazu wird ein ähnliches Prinzip genutzt, wie das der Blockchain. Kassenbons werden untereinander verkettet. Jede Buchung einer Kasse ist durch eine Signatur gekennzeichnet. Durch die Verkettung, enthält jeder Bon sowohl eine eigene Signatur als auch die des vorangegangenen Bons. Eine Manipulation bedingt eine Unterbrechung der Signatur-Kette. Dadurch ist diese durch eine Prüfung des Finanzamtes sofort ausfindig zu machen.

Technische Sicherungseinrichtung (TSE)

Elektronische Kassensysteme müssen mit einer vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierten technischen Sicherungseinrichtung (TSE) ausgestattet sein. Die TSE besteht aus den folgenden drei Teilen:

  1. Einem Sicherheitsmodul, das ab Beginn der Eingabe einsetzt und alle Aufzeichnungen protokolliert, sodass sie später nicht mehr verändert werden können.
  2. Einem Speichermedium, das die Daten sicher für die Dauer der gesetzlichen Speicherfrist aufbewahrt. Diese beträgt aktuell 10 Jahre.
  3. Einer Sicherheitseinrichtung, die eine vereinheitlichte digitale Schnittstelle zu Prüfungszwecken der Datenübergabe beinhaltet.

Die TSE muss durchgehend mit der Registrierkasse in Verbindung stehen. Ein Ausfall muss umgehend an das Finanzamt gemeldet werden.

TSE: Hardware vs. Cloud-Lösung

Sowohl ein Hardware-Modul als auch eine cloudbasierte TSE-Lösung sind zulässig. Der Vorteil einer Cloud-Lösung liegt darin, dass sie die Eingaben im Kassensystem ortsunabhängig aufzeichnet und elektronisch signiert. Durch eine solche TSE können zahlreiche Kassen oder Filialen betrieben und diese zentral und online verwalten werden. Die Umrüstung jeder einzelnen Kassen entfällt damit, jedoch muss jede Kasse ans Internet angebunden sein, denn sie muss sich über einen speziellen TSE-Webservice anmelden. Das reduziert den Aufwand und die Kosten der Implementierung deutlich.

Die TSE als Hardware-Modul ist optimal für Händler, die keine internetfähigen Kassen nutzen. Die Belegsignatur läuft, anders als in der Cloud, unabhängig von der Internetverbindung. Das Modul kann als microSD-Karte und über Adapter auch als SD-Karte oder USB-Stick genutzt werden.

In welchem Zusammenhang steht die Fiskalisierung und Self-Checkout Systeme?

Auch die Snabble Self-Checkout Cloud unterliegt der länderspezifischen Fiskalisierungspflicht und erfüllt diese. Mit einer Cloud TSE ist die Anbindung extrem einfach und kompakt.

Über den Autor
 

Christopher Schröder ist Marketing-Spezialist bei Snabble. Er hat einen Master in Unternehmenskommunikation und coacht ein Football-Team.
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